Mein Weg

Kindheit

Schon seit jeher fühlte ich mich mit dem Universum verbunden. In jungen Jahren erlebte ich mich unter Menschen fremd, als wäre ich von einem Stern gefallen. Als Kind zeichnete ich mit Vorliebe Engel in bunten Kleidern. Ich hatte eine genaue Vorstellung von ihnen, denn in der Nacht war ich mit anderen Kindern bei ihnen und spielte fröhlich mit ihnen, konnte mit ihnen reden. Doch nach und nach ging die Verbindung auch in den Träumen verloren. Die meiste Zeit auf diesem Planeten empfand ich als fürchterliche Isolation, denn um mich herum waren Menschen, die schlicht und einfach anders waren. Erst ab den Achtzigern fand ich zunehmend Gleichgesinnte. War das vielleicht eine Erlösung und eine Freude!

Jugend

Mit 16 kam ich zu einem Hatha-Yoga-Buch. Ein Buch über Autogenes Training war so etwas wie eine westliche milde Form davon. Eine neue Welt tat sich für mich auf. Tipps zu einer gesunden Ernährung ließen mich zu viel Vollwert- und Rohkost greifen und selber Müslis zubereiten. Was heute selbstverständlich ist, was damals den meisten Menschen noch fremd und suspekt. Durch die Übungen wurde ich immer ruhiger, ausgeglichener und strahlender, was mir den Spott meiner Mitschüler einbrachte. Heute noch bedaure ich, dass ich nachgab, um mich anzupassen.

Geprägt von den 68ern, der Beatles- und Hippie-Ära las ich natürlich viel Hermann Hesse. Mich faszinierten die Beatles und Pink Floyd, Goethe und Kant, Mozart Ravel, Debussy und Bach, um nur einige Einflüsse zu nennen.

Ein Jahr später starben beide mütterlichen Großeltern, die emsig für mich gesorgt hatten. Die verstärkte meine Sehnsucht nach dem Jenseits und ließ mich in allen großen Weltreligionen, aber auch in allerlei Splittergruppen und neuzeitlichen Sekten nach der Essenz suchen, die ich doch in mir fühlte, die ich aber im katholischen Gottesdienst nur selten ehrlich angesprochen erfuhr.

Am meisten erschütterte mich, dass die Menschen sich für den Gottesdienst fein machten, aber von dunklen feinstofflichen Wolken umgeben waren und ihre Zugänge verschlossen waren. Ich fühlte ihre negativen Gedanken. Sie taten mir oft körperlich weh, weil ich nicht wusste, wie ich mich davor schützen konnte. Wie lichtvoll war hingegen die Musik! Inspirierte Musik konnte mir Kraft geben, ich badete selig in den Klängen. Eine Haydn-Messe kontne das sinnentleerte Geschwätz des Geistlichen ausgleichen, beispielsweise. Manchmal war der Pfarre bei der Predigt auch recht nahe an der Wahrheit, aber ich spürte, selten trafen Geistliche sozusagen in die Mitte. Absurd fand ich, dass Proetstanten schon so anders waren für meine Eltern, dass sie es mir nicht erlaubten, in die evangelische Kirche zu gehen. Ich hätte Schande über unser katholisches Haus gebracht. Als meine Großeltern schon ernsthaft krank waren, konnte ich es einfach nicht begreifen, dass sie sich weiter nur um Alltägliches sorgten. Bis heute wundert mich das sehr schräge Verhältnis der noch schlafenden Menschheit zum Tod. Man sucht Zerstreuung, beteuert Zuversicht, macht Pläne für die nächste hundert Jahre oder witzelt nur.

Allerdings, einige Jahre nach dem Ableben meiner burgenländischen Großmutter hatte ich einen sehr real wirkenden Traum von ihr in einem geistig erhöten Zustand. Sie wirkte viel edler, strahlender, irgendwie wie eine Mischung aus Großmutter und Gottesmutter Maria. Sie riet mir, einfach meinen Weg zu gehen. Später erhielt ich auch Engelsbotschaften, ich habe mir einen besonders schweren Weg ausgesucht, aber ich solle immer meinem Herzen folgen. Nichts anders hatte ich von Kindheit auf vor, aber ich ahnte nicht, wie hart es sein würde.

Die Kontakte, die ich meinen Eltern nicht allesamt verbergen konnte, trugen mir erst recht den Ruf ein, sonderbar zu sein. Sie verstanden nicht, dass ich gar nicht zu Fanatismus neigte, sondern mich so etwas wie Heimweh antrieb. Wenn ich ihnen auch noch gesagt hätte, dass ich mich noch an Schulungen vor meiner Geburt erinnerte und noch als Kleinkind eine direkte Verbindung zur geistigen Welt erlebte, sie hätten mich für verrückt erklärt.

Logischerweise entwickelte ich zum Selbstschutz ein Doppelleben, gespalten in eine angepasste „nüchterne Existenz“ bei gleichzeitiger intensiver Suche nach meiner Mitte. So ging es vielen, vielen. Ich las viel, prähistorische Kulturen und mysteriöse Erscheinungen faszinierten mich. Ich verschlang Bücher philosophischen und religiösen Inhaltes. Mein Großvater erzählte mir Geistergeschichten, die sein Großater erlebt haben soll, und erstaunte mich mit seiner Aussage, dass die Sternlein am Himmel lauter Sonnen seien.

Leider ging es mir gesundheitlich häufig gar nicht so gut. Die negativen Energien, denen ich ständig ausgesetzt war, schwächten mich sehr. Manchmal wollte ich einfach nicht mehr. Die beiden Jahre vor der Matura hatte ich immer wieder Selbstmordgedanken, doch sah ich darin keinen Ausweg und wusste, ich musste durchhalten, was immer auch kommen mag. Einige Erlebnisse nahmen mir das Vertrauen in die Schulärzte, beispielsweise ein ultragrober Zahnarzt mit dem bezeichnenden Namen Barsch und eine Kreislaufschwäche, die einfach nur mit Tropfen bekämpft wurde. Ich dachte damals schon, das kann es nicht sein, das muss ja andere Ursachen haben und daher müsste ein Mensch da sein, ein mütterlicher Typ, der mir sagt, was zu ändern ist. Aber damals hatte man keine Ahnung von seelischen und körperlichen Zusammenhängen oder wollte sie nicht haben. Ich entdeckte durch meine eifrige Leserei. dass es eine große Vielfalt an Heilkräutern gibt. In meiner Not, mit ständigen Wehwehchen, fing ich an, die Heilkraft der Kräuter auszuprobieren. Daraus entstand große Begeisterung. Ich fing an Heilkräuter zu sammeln und zu bevorraten. Nun habe ich viele liebe Kräuter in meinem Garten!

Studienzeit

Nach der Matura war die konstante Überwachung zu Ende. Kaum konnte ich mich freier bewegen, schloss ich mich verschiedenen Gruppen an. Ab 1980 lebte ich in Wien, um dort zu studieren und später zu arbeiten. Außen lebte ich in der Welt der Juristen und Wirtschaftsleute, die mir fremd blieb. Aber innerlich kam ich meinen Zielen näher. Yoga-Meister traten auf den Plan. Einer meiner Sprachlehrer, der viele Kulturen und Religionen kannte, wurde zu meinem spirituellen Wegweiser. Er riet mir, überall auf die Schwingungen, auf die Energiefrequenz, zu achten und nirgends anzuhaften.

Auch hier gab es auch die „andere Seite“. Mein Studium, das Jusstudium, ließ mich verzweifeln. ich entschloss mich dafür aus Liebe zu meinen Eltern, offenbr auch zur Selbstbestrafung. Es war für mich qualvoll. Ich bin sicher, dass das, was ich jahrelang beeinträchtigte, Depressionen waren, doch damals war dies nicht so in aller Munde wie heute, und ich wollte tapfer sein und einfach durchhalten. Mir wäre im Traum nicht eingefallen, zu eine Therapeuten zu gehe. Geldmangel spielte auch zu jeder Zeit eine Rolle. Als ich wegen eines Post-Graduate-Studiums nach Studien in Graz udnInnsbruck nach Wien kam, befand sich in der Nähe das Zentrum der Anthropophen, deren Lehre ich schon lange erkunden wolte. Also ging ich ein guets Jahr regelmäßig zu deren Treffen und lernte die Weltanschauung von Rudolf Steiner kennen.

Wie wundervoll aber war die Hilfe dieses Lehrers und Freundes, der mir nicht nur sehr viel Spirituelles beibrachte, beispielsweise über den Sufismus aufklärte und mich mit den „Hare Krishnas“ und den Bahaii bekannt machte, aber auch über gesunde Ernährung, insbesodere Makrobiotik, bestens Bescheid wusste und göttliche Gerichte zubereiten konnte. In späteren Jahren rettete mich nach einem seelischen Schock die Hildegard-Medizin und ihre stärkenden Rezepte. Dieser Freund sagte mir, ich solle mich auf die Essenz konzentrieren, auf den „ein“, wie die Sufis. Eine große Einfachheit und Reinheit der Gedanken diente für diesen Erkenntnisweg zur Vorbereitung diente. Alle Dogmen und Konzepte seien schlicht und einfach zu vergessen, worum es eigentlich ginge, sei eine Erfahrung. Später, bei einem Besuch in der Türkei, war ich beim Besuch des Mausoleums des großen Sufimeister Rumi (Maulana) wie vom Donner gerührt. Auch heute noch ist eine Begegnung mit Sufis für mich unbeschreiblich tiefgehend, schneidet mir fast ins Herz. Allmählich tauchten Erinnerungen auf, dass ich einmal eine Schülerin des großen Mannes war. Da war mir Einiges klar.

Schließlich brachte er mich zu einem seiner Lehrmeister, der das östliche Wissen für westliche Menschen anwendbarer gestaltete. Als meien Seel förmlich nach der Einweihung schrie, das Herz hüpfte, bekam ich sie. Das Erlebnis, die erste Zeit danach, ist nahezu unbeschreiblich. Die erlernten Meditationstechniken wende ich heute noch an. Sie sind hoch wirksam. Wenn die Schüler meditierten und anschließend über ihre Erfahrungen mit diesem Wissne sprachen, was das ein Energiestrom zu führen, dass man glaubt, der Raum sei doppelt so erhelt und die Energie förmlich zu greifen.  Ein jeder von ihnen vermittelte mehr Kraft als ein Prediger in der Kirche. Und wenn sie sich nicht gerade selber ein wenig ablenkten, kamen ihre Worte direkt aus der Herzmitte und lösten Glücksgefühle aus.

Dies hielt mich nicht davon ab, andere Gruppen zu besuchen und an anderen Einweihungen teilzunehmen. Ich ging weiter auf Wanderschaft, blieb aber diesem indisch-amerikanischen Meister, Prem Rawat, innerlich treu, so wie ich es nun auch späteren Lehrern bin. Beispielsweise Kriya Yoga und viel später nahm ich an buddhistischen Einweihungsritualen wie beispielsweise dem Kalachakra in Graz teil. Oft wurde ich von Zufällen geführt. Ein Freund lernte Reiki und empfahl es mir. Ein anderer Bekannter begeisterte sich für UFOs und Kornkreise und organisierte Vorträge zu grenzwissenschaftlichen Themen. Eine meiner Reiki-Lehrerinnen erzählte mir von Peter Salocher und seiner Entwicklung „Enertree“ und zeigte mir die Bücher von Jim Hurtak. Eine andere, aus Südafrika stammende Frau reinigte auf Wunsch der Teilnehmerinnen Kristalle und wir genossen wundervolle Trancereisen. Inwzischen weiß ich, dass sie weit mehr Wissen hineinlegte als die reine Reiki-Lehre ausmacht. Dass sie felsenfest davon überzeugt war, dass wir schon lange in Kontakt zu Menschen aus dem Weltraum stünden und dass diese im Katastrophenfall darauf vorbereitet seien, uns zu evakieren,  kam wie eien Keule und irritierte mich. Für mich waren UFO-Forscher bis dahin Spintisierer.

Erste Berufsjahre

Mit Begeisterung hatte ich die „Autobiografie eines Yogi“ von Paramahansa Yogananda gelesen. Dieser Freund war ein Anhänger dieses Gurus und so lernte ich auch die Wiener Anhängerschar des berühmten heiligen Mannes kennen. Eine völlig verpatzte Ehe, die aber offensichtlich sein musste wie alles andere auch, brachte mich zu einem Kreis, der medial arbeitete und lernte „Channeln“, wie man heute sagt. „Besuche“ aus der geistigen Welt fanden sich in großer Vielfalt ein. Fast immer waren Erlösungen dabei. Was ich vorher nur mit Hilfe der Wünschelrute wahrnehmen konnte, war mir nun dank Reiki und Channeln unmittelbar möglich.

Dann bekam ich es mit der „Kehrseite“ zu tun. Es war offenbar Teil des Lernprogramms. Meist sind solche Erlebnisse vielschichtig. Die Scheidungswirren hatten zur Folge, dass ich auch meinen Arbeitsplatz räumen musste. Ich war vorübergehend arbeitslos und zog in eine andere Wohngegend. In dieser sehr einsamen Phase lernte ich einige zwielichtige Menschen kennen, doch erkannte ich in meiner Naivität anfangs gar nicht die Gefahr. Allesamt waren diese jungen Leute drogen-affin und experimentierten unbekümmert mit astralen Energien. Aus Kabbala, Crowley-Büchern, Schriften von Scientologen und Love-Craft-Geschichten und ähnlichem Stoff schufen sie sich ihre bizarre Welt, die mir zunehmend unheimlicher wurde. Es musste schon sehr dramatisch werden, bis ich regelrecht das Fürchten lernte und trotz Todesdrohungen absprang. In all der Zeit starker astraler Belastungen und Sttacken wurde ich durch meine geistige Verbindung zum Göttlichen und meine geistigen Helfer vor Schaden bewahrt, ich bin heute noch dankbar.

Eine zufällige Bekanntschaft bot mir vorübergehend Quartier. Dieser Helfer besuchte gerade einen PR- und Markting-Lehrgang. Ich profitierte, indem ich den gesamten Stoff mitlernte. Außerdem katapultierte mich dieser nüchterne Stoff wieder total aus der schaurigen Welt, der ich mühsam entflohen war. Diese Phase war eine des gegenseitigen Helfens und Wieder-Aufrichtens. Sie dauerte nicht lange, bald zog es mich auf Dauer ins Burgenland, wo ich jetzt noch lebe. Es folgten harte Jahre der Familiengründung und fortwährender existenzieller Probleme. Doch meinen Herzensweg, den zog ich wirklich niemals in Zweifel. Ich dachte, dass ich sonst wohl schon in einem goldenen Käfig an Kummer gestorben wäre oder man mich beseitigt hätte, weil ich immer frei meine Meinung sage.

Im Burgenland

Die Lektüre der Schweizer Monatsheftes „Zeitenschrift“ und der Besuch von Esoterikmessen brachte weiteres intensives Lernen. Durch die Beschäftigung mit der Wünschelrute (Grifflängen-Rute) und dem Einhandtensor von Herrn Körbler wurde ich auf das Werk von Marko Pogacnik aufmerksam. In unserem Haus sammelten sich Edelsteine und Traumfänger, Duftlampen und Räucherwerk, ein mächtger Gong und ein Klangspiel im Eingangsbereich stammen aus dieser Familien-Ära. In der „Zeitenschrift“ entdeckten wir eine von Schweizern geführte Pension in einem großen alten toskanischen Gehöft udn verbrachten mit den Kindern eine wunderschöne unbeschwerte Zeit mit vielen interessanten Begegnungen.

Ja, die zwei Aufenthalte in der Toskana brachten weiteres intensives Lernen. Ich lernte Shiatsu und Tanzmeditation kennen und redete das erste Mal mt einer Waldfee. Am Zenit sahen wir in einer Mittagspause erstmals einen rechteckigen Regenbogen und staunten über dieses Himmelsphänomen. Vor allem weil wir gerade über Himmelphänomene gesprochen hatten und das seltsame Gefühl hatten, nach oben schauen zu müssen. Die empfohlenen Bücher „Essener Erinnerungen“ und „Leben und Lehren der Meister im Fernen Osten“ las ich mehrmals und war tief bewegt. Ein Freund berichtete von seinen Erlebnissen in Damanhur und von Ritualen in Südamerika. Ein Zuviel von einer Droge erweiterte sein Bewusstsein so rasant, dass er dadurch extrem hellsichtig wurde. So etwas kann zur Belastung werden. Aber ich weiß inzwischen, dieser Extremzustand legte sich wieder, zum Glück. Durch diesen Freunde wurden wir abermals mit den Themen prähistorische Kulturen, außerirdische Intelligenzen und mit dem Kornkreis-Phänomen konfroniert, auch mit den geheimnisvollen Pyramiden in aller Welt. Und schließlich brachte der geistig so fortgeschrittene Freund mir das Auralesen bei.

Auch die medialen Wahrnehmungen zeigten sich gelegentlich. Lange Zeit dachte ich ja, da ich nicht mehr bei jenem medialen Wiener Kreis dabei war, es werde sich auch nichts mehr abspielen und dies sei nicht mehr meine Aufgabe. Weit gefehlt! Eines Abends „saß“ plözlich eine frisch verstrbene alte rau in uneseremSchlazimmer und sprach in breitem steirischen Dialekt. Sie kannte sich nicht aus. Wir erklärten ihr, dass sie gestorben ist und halfen ihr, an der Hand von geistigen Helfern auf die andere Seite hinüberzugehen. In der Folge kamen immer wieder spontan solche Kontakte vor, oft auf Reisen, als wäre ich genau dorthin gezogen worden.

Ende der Neunzigerjahre wurde das Buch „Lichtnahrung“ der Australierin Jasmuheen sehr bekannt. Ich war eine der ersten Österreicher, die den sogenannten Lichtnahrungsprozess „absolvierte“.  Die Erfahrungen – auch im Austausch mit anderen „Praniern“ – waren sehr intensiv. Es sprach sich wie ein Lauffeuer in der Esoterik-Szene herum, dass wir beide den „Prozess“ gemacht hatten. Ärzte, Krankenschwestern, Rutengeher  kamen und befragten uns. Wir bekamen von den Gästen kleine seidenbemalte Deckchen und gehäkelte Silbersterne und aquarellierte Engel- und Kerzenbilder, als wären wir Heilige. Wir machten aber allen klar, dass dies nur eine weitere Erfahrung sei und nichts bedeute, wir würden ja auch einfach weiter unseren Weg gehen.

In dieser Zeit wurde ich öfter ins Völkerkundemuseum in Wien eingeladen und hatte bei einer Präsentation von sibirischen Schamanen das Gefühl, dass ich Raum und Zeit verlasse und mich völlig vertraut mit diesem Trommeln und Gesängen fühlte. Dennoch war da kein Ruf, sich mit Schamanismus zu befassen, zu spüren. Stattdessen lernte ich ein paar Heilmassage-Grundbegriffe und die Dorn-Breuss-Methode in einer nahe gelegenen Therme. Bei der Lektüre von Jasmuheens und anderen neuen Büchern wurde ich auf den Begriff NLP aufmerksam.

Ein wenig Recherche und mir war klar, das ist hochinteressant. Und so begann ein intensives Jahr mit NLP. Lustigerweise fand beim Intensivseminar in Graz gleichzeitig in einem benachbarten Raum ein Schamanismus-Seminar statt. Mit wildem Trommeln und lauten Schreien wurde dort offenbar tagelang Geburtstraumata bearbeitet, während wir artig das „saubere NLP“ einübten.

Nach dem Diplom war es einmal an der Zeit, dass die Familie wieder mehr von mir hatte. In dieser Phase spielte der Buddhismus bei uns eine größere Rolle. Durch allerlei Fügungen kamen wir in den Besitz mehrerer Buddha-Figuren und beschäftigen uns mit der Lehre. Graz ist ca. 70 km von uns entfernt. Ab und zu konnten wir dort buddhistische Gruppen besuchen. Ein bisserl zu sehr war’s mir schon Religion, aber es war wieder viel zu lernen, sowohl äußerlich als auch geistig. Buddhistische Bücher brachten mich, was den Umgang mit negativen Gefühlen umgeht, ziemlich weiter (auch wenn die Anwendung der Grundsätze noch immer nicht ganz gelingt).

Inzwischen hatten sich bei mir schon eine lange Liste von spirituellen Lehrern angesammelt, aber damit immer noch nicht genug. Einer der Lichtnahrungs-Besucher aus Niederösterreich hatte mich gefragt, ob ich bereits von Bruno Gröning etwas gehört hatte und vom Film „Der Wunderapostel“, der mit Laien gedreht worden war, die allesamt dem Bruno-Gröning-Freundeskreis entstammen. Da aber der Film ringsum nicht gezeigt wurde.

Da las ich von einem Ärztevortrag in Güssing und trug mich zur Information über weitere Veranstaltungen ein. Ich hatte keinerlei Anliegen, dachte eher, ich könnte mich nützlich machen und den Kontakt zu dieser Gruppe als Möglichkeit statt einer anderen Meditationsgruppe zu pflegen, da keine anderen in der Region auffindbar waren.

Doch bald kam es dick. Ein völlig missglückte versuchte Übersiedlung nach Kärnten, bei der alles unter einem Unstern zu stehen schien, ließ mich und meiner Familie Sachen erleben, die ich nicht einmal aus Filmen oder Büchern kannte. In dieser Zeit suchte ich auch bei Freundeskreis Hilfe, doch die Situation verbesserte sich nicht, ganz im Gegenteil.

Nach diesem massiven Schock für die ganze Familie konnten wir schließlich nach einem beträchtlichen finanziellen Aderlass in Neusiedl bei Güssing nach und nach wieder einigermaßen zur Normalität zurückkehren.

Ich fragte mich, was diese Erfahrung für einen Sinn machte… aber der Existenzkampf ließ mir keine Zeit zum Grübeln. Es ging mir wie dem häufig zitierten Frosch, der in den Milchtopf gefallen war. Es blieb mir nichts übrig als zu strampeln und zu strampeln… In dieser düsteren Zeit fiel mir auch der biblische Hiob ein, der all sein Leid als Prüfung betrachtete und sich von seinem Vertrauen auf Gott durch nichts abbringen ließ. Na, manchmal ist auch die Bibel zu was gut!

Ja, und irgendwann wurde die Situation besser. Wie durch ein Wunder wurde mir finanzielle Hilfe zuteil, gab es Überbrückungsmöglichkeiten… Nach dieser Erfahrung konnte mich kaum mehr etwas aus der Fassung bringen. 2001 hatte ich begonnen, mich künstlerisch zu betätigen. Die Beschäftigung mit Kunst, wenn auch eingeschränkt durch viele andere Aufgaben, war mir Trost. Beide Kinder hatten häufig gesundheitliche und schulische Probleme. Wegen der Handicaps entschloss ich mich schweren Herzens, zu Hause zu bleiben. Da die Schulmedizin und die Psychologen wenig helfen konnten, absolvierte ich Spezialausbildungen. Die Leistungen der Kinder besserten sich, aber in meiner Situation, in dieser Region, mit meinen Qualifikationen, erschien eine Rückkehr ins Berufsleben aussichtslos, so sehr ich mich bemühte.

Ich saß in der Falle meines selbst erschaffenen Schicksals. Es blieb mir nur, alles, was belastend und unabänderbar war, zu akzeptieren, meine Wunden mit Balsam zu behandeln und mir möglichst viel Kraft zu holen, wo immer dies möglich war – in der Natur, im Garten, auf kurzen Reisen, im Gespräch,…

Die Kunst

Eine Wende brachte der überraschende große Erfolg des älteren Sohnes, der mit 15 Jahren Landessieger beim Jugendkulturwettbewerb wurde. Ich förderte beide Söhne, so gut es ging, ging aber auch selber in meiner Kreativität auf, experimentierte, unsere Räume füllten sich mit Exponaten. Ausstellungen, Tage der offene Tür, Symposien – der volle typische künstlerische Lebenslauf spielte sich ab, und es war zwar harte Arbeit, aber auch schön. Doch auch in der Kunst, so zeigte sich, gibt es Scheidewege.

Mit wenig Aufwand ließen sich spektakuläre Formen herstellen, und die Betrachter zeigten sich beeindruckt. Arbeite ich lange udn liebevoll an einem Werk, fanden es meine Besucher „putzig“. Hässliche, bizarre verdrehte Figuren wurden als künsterishc wertvoll eingestuft, schöne waren „lieb“. Eine merkwürdige Welt, zumal ohnehin weder die schönen noch die hässlichen Werke Käufer fanden.

Ehrenämter, Online-Redaktion und Netzwerken

Eigentlich war ich zu meiner künstlerischen Ader durch meine Coaching-Ausbildung gekommen. Ich besann mich darauf, dass ich im Grunde genommen vielen Menschen zu eigener Entwicklung und Kreativität verhelfen wollte, was sich mehr und mehr durch ehrenamtliche Tätigkeit und den Aufbau von Informations-Webseiten zu manifestieren begann. Das Engagement nahm bald überhand. 2011 trennte ich erstmals abrupt von einer Künstlergruppe, die mir fast das Herz brach. Mein Bluthochdruck war in höchste Höhen gestiegen, immer wenn ich mich mit dieser Gruppe befasste. Ich lernte daraus, wieder mehr auf mich zu schauen.

Es blieben eine Seniorengruppe, ein Foto-Club, ein Kunstverein und weitere Zugehörigkeiten. Darüber hinaus gründete ich einen Museumsverein und betreute zunächst ein, dann zwei Kulturportale, all dies ehrenamtlich. All die ist einerseits schön und macht Freude, andererseits wird das fehlende Einkommen dadurch nicht ersetzt, sondern ganz im Gegenteil, es bringt noch Mehrausgaben. Ich sah mich als Netzwerkerin und Kulturagentur, von der alle, die ich vernetzte und vermittelte, profitieren, aber wo blieb ich?

Ende der Hoffnung

Das Jahr 2011 war schließlich von Anbeginn von Heimgängen geprägt. Als Seniorenbund-Obfrau musste ich mich an die traurige Pflicht der Grabreden gewöhnen. Und im April ging es mit meinem Vater zu Ende.  Ein – gelinde gesagt – merkwürdiges Verhalten meiner Mutter brachte mir statt einem Andenken meines Vaters Tausende Euro Schulden, die ich bis heute noch nicht abtragen konnte. Im Rückblick auf das Vorjahr kann ich nur feststellen, dass dies meine allerschwerste Prüfung war.

In diesem Jahr stagnierte – bis auf massive Rodungsarbeiten im Garten – fast alles. Mit Mühe brachte ich alle Vereins-Verpflichtungen über die Runde und in Wirklichkeit bestand mein „Hauptgeschäft“ nur noch darin, in Balance zu kommen und in Balance zu bleiben. Dazu holte ich mir jede Hilfe, die nur möglich war.

Veränderungen

Und jetzt schreiben wir das Jahr 2012, und ich spüre – wie wir alle – die Veränderungen. Ich merke, wie die Last Tag für Tag leichter wird, wie ich immer fröhlicher werde. Es wurde mir bewusst, dass ich wieder etwas Neues dazulernen durfte. Hatte ich in den letzten Jahren mein Wissen aus Gesprächen, Internet und Büchern bezogen, so meldete ich mich zu Homöopathie- und Kristallpädagogik-Kursen an und begab mich zu Schamanen. Dadurch kam ich mich vielen großartigen Menschen in Kontakt, die mich für vieles entschädigten, für die Durststrecken der vergangenen Jahre.

Selbstverständlich gibt es gute und weniger gute Tage, und ich habe noch an Manchem zu knabbern. Aber ich fing wieder mit Energiearbeit an, grub altes Wissen aus, übe das neue Erlernte, praktiziere es…

Zu den alten Büchern kommen Neuerscheinungen hinzu, die ich studiere. Obwohl man denkt, eigentlich brauch‘ ich eh nichts mehr, ich übe mich im Zugang und meinem eigenen inneren Wissen – so sind Bücher nach wie vor wundervolle Freunde und Lehrmeister. Viele verdeutlichen, was wir in den vergangenen Jahrzehnten erst erahnten, wie beispielsweise die Bücher von Christoph Fasching, die vielen eine erste Orientierung für die neue Zeit bieten. Weitere Inspirationsquellen: die Anastasia-Bücher, die Transsurfing-Bücherreihe von Vadim Zeland.

Aber ich entdecke auch neue Facetten in Büchern, die vor längerer Zeit erschienen, wie die zeitlos interessanten Seth- und die humorvollen P’taah-Bücher (erstaunlich viel immer noch aktuelle Information zu 2012 bereits vor ca. 20 und mehr Jahren!). Und finde viel Wissenswertes und Erbauliches auf YouTube und auf anderen Kanälen im weltweiten Web.

Zu meiner Freunde begegne ich nun überall Menschen, die ein offenes Herz haben, an Orten und in Berufsgruppen, wo ich dies weniger erwartet hätte. Immer trug ich die Erinnerung in mir, dass es in meinem Leben eine bedeutende Wende und eine große Aufgabe geben wird. Zu ersten Mal in meinem Leben sind mir meine Verhältnisse völlig egal, und ich gehen nur noch in meiner Aufgabe auf. Dafür sind wir gekommen.

Netzwerke und Gruppen

Nun ist die Zeit des Zusammenschlusses, des Austausches, der Zusammenarbeit gekommen. Es wird noch ein klein wenig brauchen, bis wir, deren Seele dazu Ja gesagt hat, aus der Dualität treten. Es wurde mir gezeigt, ich habe es erlebt, ich kenne diesen Zustand, es ist wunderbar. Ich kann nun ruhig zu der einen oder anderen Versammlung gehen, auch wenn mir nicht alles daran behagt. Ich muss nicht zu Veranstaltungen gehen, weil es andere von mir erwarten. Ich löse mich von allen Verpflichtungen, die nicht meinem Seelenplan entsprechen, die mich nicht erfreuen. Wir sind frei. Ich kenne meine Aufgaben und meine Ziele und ich freue mich. Doch es ist wunderbar, sich mit anderen Menschen auzutauschen. Es ist deutlich spürbar, wie die Energie dadurch ansteigt, welche Freude. Der Informationsaustausch ist spannend.

Ich schlüpfte sozusagen quietschvergnügt aus allem Lug und Trug, aus aller Bosheit der Vergangenheit und gehe nun freudig und fröhlich in das strahlende, beglückende Licht. Wie aus einem Kokon der Schmetterling schlüpft, so bin ich in die neue Zeit gelangt und die, die mich hindern wollten, sie wurden klein und bedeutungslos, helle winzige Schatten irgendwo am Boden, und diese werden noch vergehen und ins Licht verwandelt werden. Es wird kein Schatten mehr sein. In meinem Herzen ist diese Zukunft bereits Gegenwart! So möge es für alle sein!

Dienen

Alles was wir aus unseren Erfahrungen formen, dient unserer Mutter Erde und allen ihren Wesen. Alles, was wir lernen, hilft uns, diese Welt neu zu erschaffen.

Dank und Freude!!!

 

Eure Herzensbotschafterin

Lygia

Nachtrag 02 06 2013

Ich habe mich Anfang Mai zum Nachdenken und Erholen zurückgezogen, bin dabei aber keineswegs untätig. Es entwickeln sich neue Netzwerke, entstehen neue Kontakte, und ich schreibe viel. Vor allem aber verbringe ich viel Zeit in der Natur und arbeite in meinem Garten, der mehr und mehr zum Permakulturgarten wird und in dem nach und nach verschiedene Kraftplätze entstehen. Im Grunde genommen liege ich damit einfach „voll im Trend“…